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Auktionen in Deutschland und Mehrwert-Steuer

 
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SwissSabai



Anmeldungsdatum: 04.06.2016
Beiträge: 33
Wohnort: Kloten

BeitragVerfasst am: 18.09.2016 22:25    Titel: Auktionen in Deutschland und Mehrwert-Steuer  

Lieber Forum-User,

wenn ich als Privatperson in der Schweiz Briefmarken an einer Auktion ersteigere scheint mir die Sache steuertechnisch ziemlich klar.

Nicht ganz klar ist mir das Sachverhalt bei einem Kauf an einer Auktion in Deutschland. Die meisten Auktionsanbieter proklamieren, dass die Mehrwertsteuer nur auf Provision und Nebenkosten anfallen, und diese bei einem Versand in ein Land ausserhalb der EU nicht in Rechnung gestellt würden.

Gehe ich aber Recht in der Annahme, dass dennoch der ganze Endpreis bei einer Einfuhr in die Schweiz zoll- und Mehrwertsteuerpflichtig ist, auch bei einer Schweizer Briefmarke? Empfiehlt es sich allenfalls das Los physisch in Deutschland zu erstehen, auf die Rückerstattung der deutschen MwSt auf Provision und Nebenkosten zu verzichten und die Marke später ohne Deklaration in die Schweiz einzuführen? (Wenn Briefmarken aber ebenso mehrwertsteuerpflichtig sind wie andere Objekte, dann allenfalls illegal?)

Wie sind Eure Erfahrungen, gibt es allenfalls den einen oder anderen Tipp? Wenn der Ausrufpreis einer Marke bei beispielsweise 3000 Euro und der Zuschlagspreis bei 4000 Euro liegen, dann werden auch Aufschläge von 19% (MwSt CH), 20% (Provision Auktionator), 8% (MwSt CH) und Umrechnungskurs signifikant.

Grüsse, SwissSabai
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drkohler



Anmeldungsdatum: 21.09.2007
Beiträge: 275
Wohnort: Basel

BeitragVerfasst am: 19.09.2016 08:20    Titel:  

Die Lage bei deutschen Auktionatoren ist wohl sehr unübersichtlich, je nach Herkunft, Besitzrecht und Versteigerungsart kommen völlig andere Berechnungsarten zum Zuge. Wenn du "mehrwertsteuer briefmarken auktion" googelst, kommst du auf ein pdf der Zollverwaltung der dir in Amtsschweizerisch die Lage erklährt (oder auch nicht).
Eine Anleitung zur "Steuerverminderung" wird dir wohl keiner hier geben können/wollen, aber Reisen bildet unter Umständen. Bei meinen Auktionen (aus den USA) musste ich jeweils einfach Zoll bezahlen auf den Endpreis (inkl. der Marken auf dem Couvert.....).
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Martin



Anmeldungsdatum: 02.04.2009
Beiträge: 1247
Wohnort: $chw€!z

BeitragVerfasst am: 19.09.2016 08:23    Titel:  

Hallo SwissSabai

Da verweise ich dich gerne auf die Publikation:

52.04 Einfuhr eines im Ausland ersteigerten oder zum Verkauf an einer Auktion im Inland bestimmten Gegenstands


http://www.ezv.admin.ch/dokumentation/04033/04713/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfH97gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

Kommt dein Los per Post (Postverkehr http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/04363/index.html?lang=de ) entsteht ab einem Abgabebetrag von 5.00Fr. (MWSt) eine Abgabepflicht. Anders ist das, wenn Du das Ganze im Reisendenverkehr http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/04342/04343/index.html?lang=de in die Schweiz holst - dort sind bis 300 CHF keine Abgaben geschuldet.

Massgebend für die Berechnung der MWSt sind der Zuschlagspreis plus Provisionen und allfällige Gebühren, nicht aber die ausländische Mehrwertsteuer.
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stempeler



Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 695

BeitragVerfasst am: 19.09.2016 10:36    Titel:  

Da spricht der Fachmann!

Stempeler
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SwissSabai



Anmeldungsdatum: 04.06.2016
Beiträge: 33
Wohnort: Kloten

BeitragVerfasst am: 19.09.2016 10:39    Titel:  

Ich hatte wohl insgeheim auf eine Sonderregelung für Briefmarken gehofft, dem ist aber offenbar nicht so (in Deutschland gab es eine solche bis 2013).

So gilt für Briefmarken dasselbe wie für alle anderen Güter, nur dass sich bei Auktionen die Sache noch zusätzlich verkompliziert je nach dem ob sich das Objekt im Besitz des Auktionators findet oder nicht.

Vielen Dank für die Infos und Martin zusätzlich für die exakten Quellverweise.


Zuletzt bearbeitet von SwissSabai am 19.09.2016 11:38, insgesamt einmal bearbeitet
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pietschi



Anmeldungsdatum: 12.11.2015
Beiträge: 130

BeitragVerfasst am: 19.09.2016 11:29    Titel:  

Hallo Martin

Besten Dank für die Links zur EZV, betr. Auktionen im Ausland.
Ist sehr hilfreich.

Grüsse
pietschi
_________________
Es ist nie zu spät um etwas dazu zu lernen!
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bytebull



Anmeldungsdatum: 18.11.2013
Beiträge: 62

BeitragVerfasst am: 21.09.2016 08:55    Titel:  

Ich selber habe bei Stade Auktionen eine Postkarte ersteigert. Das war diesen August, das werde ich nie mehr machen. Zuerst habe ich eine Rechnung erhalten die nicht stimmte, nach mehrmaliger Nachfrage und keiner Antwort bekam ich dann plötzlich eine korrigierte Rechnung. Bezahlt habe ich diese am 25.08. und seitdem, besser gesagt Gestern, habe ich die zweite Mahnung erhalten. Ich habe denen bereits den Zahlungsbeleg per E-Mail geschickt und Gestern noch einmal über die Auktionsplattform. Eine Antwort werde ich wohl eh nie bekommen, und ob ich die ersteigerte und bezahlte Postkarte erhalten werde, steht wohl in den Sternen. Fehlt nur noch, dass dieses Auktionshaus mir eine Betreibung androht oder sogar einleitet. Ich habe das jetzt einmal probiert, in Zukunft lasse ich aber die Finger von Auktionshäusern, da bleibe ich lieber bei den normalen Online Portalen.

Noch eine Anmerkung zur Einfuhr, es ist ja schon traurig, dass man sogar auf dem Porto eine Steuer bezahlen muss.

Gruss
Bytebull
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bumbi



Anmeldungsdatum: 01.07.2009
Beiträge: 3705
Wohnort: Bärn

BeitragVerfasst am: 21.09.2016 17:42    Titel:  

Ist schon eine Zumutung und sehr ärgerlich, wenn so ein Geschäft seine Abläufe nicht im Griff hat. Exclamation

Zitat:
es ist ja schon traurig, dass man sogar auf dem Porto eine Steuer bezahlen muss.


Das hatte ich auch schon mehrmals bei Sendungen aus dem Ausland. Ich hab mich auch gefragt, wie das wohl kommt. Könnte man mit dem Gesamtbetrag begründen. Möglicherweise ist das gegen einen Betrugsversuch, bei dem der Artikel zu Billig und das Porto dafür zu hoch deklariert wird. Rolling Eyes Vermutlich wurden schon alle Schummel-Möglichkeiten durchprobiert. Und wenn es für alle gleich gemacht wird, ist auch keiner benachteiligt. Wink
Wenn sich die entscheiden, Dein Päckchen am Zoll aufzumachen, dann bekommst Du ebenfalls eine Rechnung über das Öffnen, Verzollung, Mehrwertsteuer, Lagergebühren, usw. Die sind echt kreativ Shocked Sogar wenn die Sendung zollfrei ist, wurde das mit der Rechnung schon bei mir versucht - vielleicht war es auch ein Versehen... ...oder ich hab das bloss nicht richtig verstanden Laughing Im meinem Alter beginne ich schon wieder, etwas doof zu werden Laughing Laughing
Wenn Du dann den Aufwand einer Reklamation für ein paar Franken treiben willst, bekommst Du dein Geld meist zurück.
Ich lasse das dann meist sein, weil mir der Aufwand zu gross ist und - weil ein Mikro-Promille des Betrages via Bund wieder an mich zurück fliesst Laughing

Egal, ob Du noch lebst oder bereits gestorben bist...
....der Fiskus kennt Dich genau, besser als die Polizei, Deine Verwandten oder sogar die NSA...
...und sie bekommen ihr Geld IMMER !!

Also: Kopf hoch und die Faust im Sack machen Laughing

LG Bumbi
_________________
Life might be expensive, ...but you are dead for a long time ! Laughing
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Martin



Anmeldungsdatum: 02.04.2009
Beiträge: 1247
Wohnort: $chw€!z

BeitragVerfasst am: 21.09.2016 18:33    Titel:  

Hallo zusammen

Ich möchte kurz ein paar Sachen präzisieren:

Das Porto ist Teil der Steuerbemessungsgrundlage, da es zu den Nebenkosten gehört - ohne Porto kommt der Brief nicht in die Schweiz.

Die Päckchen im Postverkehr öffnet in den meisten Fällen nicht der Zoll sondern die Verzollungsagenturen. Wenn keine Inhaltserklärung vorhanden ist oder Angaben nicht glaubwürdig erscheinen, wird man durch die Verzollungsagenturen angeschrieben um weitere Informationen anzugeben.

Vgl. Film der Post auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=_JPPqGphHg4&feature=youtu.be

Gruess Martin
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bytebull



Anmeldungsdatum: 18.11.2013
Beiträge: 62

BeitragVerfasst am: 21.09.2016 20:47    Titel:  

Hallo Martin

Es ist jedoch nicht so, dass dies immer gleich gehandhabt wird. Ich habe bereits diverse male in Russland gekauft und musste noch nie etwas bezahlen oder noch nachträglich Auskunft geben. Bisher musste ich nur bei Sendungen aus Österreich und Deutschland etwas bezahlen. Im Anhang ein Bild meiner letzten Sendung aus Russland.
Das mit dem Porto, ich gehe da halt nicht einig, kaufe ich die Briefmarke im Ausland, dann bezahle ich ja auch nicht noch zusätzlich Mehrwertsteuer. Zudem wird ja nicht nur auf dem Porto die Steuer erhoben, sondern sogar auf die Verpackung. Zumindest dann, wenn ich etwa bei der Post in Österreich oder Deutschland bestelle, bei Aland war es auch so. Also eigentlich bei allen offiziellen Stellen. Im Gegenzug bekomme ich ja auch keine Steuer zurück. Es ist aus meiner Sicht schon ein bisschen eine Geschäftemacherei.
Gruss
Dominik
Forum Basler Taube
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vacallo



Anmeldungsdatum: 16.12.2012
Beiträge: 219
Wohnort: Langenthal

BeitragVerfasst am: 22.09.2016 10:05    Titel:  

Guten Tag
Martin hat absolut recht. Das Porto, wie auch die Frachtkosten auf grösseren Sendungen, gehören zu den Nebenkosten, die zum zu verzollenden Betrag geschlagen wird. Es ist so im Zollgesetzt vorgesehen und wird Weltweit angewendet. Übrigens Verpackung gehört auch dazu.
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philaworld



Anmeldungsdatum: 05.05.2009
Beiträge: 40
Wohnort: Dübendorf

BeitragVerfasst am: 04.10.2016 23:14    Titel:  

Eine Abholung vor Ort ist immer besser, als sich die Ware per Post zusenden zu lassen.
Einfacher wäre noch eine Adresse in Deutschland zu haben, wo man die Ware irgendwann abholen kann.

Grund hierfür sind nicht nur die Mehrsteuerunterschiede, sondern auch die Schnüffeleien im Staate Schweiz.

Ich kaufe regelmässig Ware im Ausland ein und wundere mich seit Jahren, das trotz korrekter Papiere, Zollfomrular ausgefüllt, Rechnung aussen beiliegend, Postzettel mit Angaben usw. jedes philatelistische Packet oder auch Briefe geöffnet werden.
Mehrfach habe ich schon reklamiert, mit mässigen Erfolg.
Mir wurde bei der Post gesagt, dass sie vom Zoll die Order hätten philatelistisches Material zu registrieren (Fichieren) und daher seien sie verpflichtet jede Sendung zu öffnen.
Meine Argumentation bei der Post, dass ein Brief oder auch Packet mit einem Inhalt über mehrere tausend Franken Inhalt, ab schweizer Grenze nur mit läppischen 500 Fr versichert ist, lies die Person am anderen Ende des drahtes ziemlich kalt.
Mir wurde lediglich versichert sie würden bei der Post sehr vorsichtig arbeiten.
Die kennen beid er Post sehr genau die Absenderadressen von Auktionshäusern.

Also nochmals, niemals per Post zusenden lassen. Ihr seit regstriert und zum schluss weiss der Staat besser was in Eurer Sammlung ist, als Ihr selbst. Wer das verhindern will, soll seine Ware selber abholen oder innerhalb Deutschland einen Postadresse suchen.
Dann ist das auch mit der Mehrwertsteuer nicht ganz so doll.

Im übrigen habe ich die öffnung und fichierung meiner philatelistischen Post bei Grenzübergreiffendem Versand nur mit Schweizer Post festgestellt. Sobald man die Ware mit DHL oder Fedex versenden lässt, findet (noch) keine Fichierung statt.
_________________
www.philaworld.ch
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