Forum Basler Taube Foren-Übersicht
Forum Basler Taube
 
Forum Basler Taube Foren-Übersicht

Der Treffpunkt für Briefmarken-Sammler um zu fachsimpeln, zu diskutieren oder einfach nur zu plaudern

   
RegistrierenRegistrieren LoginLogin SuchenSuchen
Forum Basler Taube Foren-Übersicht
CH-Kino ist besser als Hollywood - Die Baslertaube-Mediathek für einmalige Filmerlebnisse
Ganzsachen-Postkarten der Schweiz
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
 
  Dieses Thema einem Freund empfehlen    Forum Basler Taube Foren-Übersicht -> Schweiz / Liechtenstein
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 26.10.2015 23:10    Titel: Ganzsachen-Postkarten der Schweiz  

Guten Tag allerseits,

obwohl das Gebiet der Schweizer Ganzsachenphilatelie ähnlich umfangreich ist wie das der Briefmarkenphilatelie, habe ich bisher hier im Forum weder eine passende Überschrift noch zumindest passende Themen mit wechselnden Beiträgen gefunden. Ich finde das sehr schade, denn die Beschäftigung mit dieser Materie ist in meinen Augen zumindest genauso interessant wie das Sammeln von Briefmarken.

Um hier ein wenig Bewegung in die Sache zu bringen, gründe ich dieses Thema und beginne mit der Definition dessen, was allgemein als Ganzsache bezeichnet wird.

"Ganzsachen sind alle Arten postalischer Formulare, die zur Aufnahme von Daten oder Gegenständen dienen und durch einen aufgedruckten Wertstempel oder einen gleichwertigen Vermerk die Inanspruchnahme einer im Voraus bezahlten postalischen Dienstleistung ermöglichen. Beispiele für Ganzsachen sind Umschläge, Streifbänder, Postkarten, Postanweisungen, etc. Wie Briefmarken verkörpern auch Ganzsachen den Wert einer postalischen Dienstleistung und sind somit Postwertzeichen. Abweichend von dieser philatelistischen Definition bezeichnet die Post mit dem Begriff Postwertzeichen im Falle einer Ganzsache i.A. nur den darauf befindlichen Wertstempel.

Man unterscheidet im allgemeinen amtliche und private Ganzsachen.

Amtliche Ganzsachen sind Ganzsachen, die von der jeweiligen obersten staatlichen Postbehörde mit ihrer Genehmigung ausgegeben werden; über posteigene Verkaufsstellen oder im Auftrag der Postbehörde öffentlich vertrieben werden, wobei der Verkauf zeitlich, regional oder auf einen bestimmten Empfängerkreis beschränkt sein kann; bei Erscheinen im Amtsblatt der Postbehörde oder in einem entsprechenden Mitteilungsblatt angekündigt werden.

Wichtig für das Vorliegen einer amtlichen Ganzsache ist die Erfüllung aller drei Kriterien. So genügt beispielsweise der Verkauf über Postschalter alleine nicht, um die Amtlichkeit der betreffenden Ausgabe zu beweisen.

Ganzsachen gibt es schon genauso lang wie Briefmarken, denn zusammen mit der ersten Briefmarke der Welt wurden auch Ganzsachen herausgegeben (1840, Großbritannien).

Neben den amtlichen gibt es auch private Ganzsachen. Diese sind in fremdem Auftrag von der Postbehörde hergestellt (oft mit philatelistischem Hintergrund) und werden meist nicht öffentlich verkauft, sondern stehen nur dem Auftraggeber zur Verfügung.

Die Wertzeicheneindrucke (oder auch Wertstempel genannt) der Ganzsachen stimmen meist mit den gleichzeitig gültigen Briefmarken überein. Der Reiz der Ganzsachen liegt jedoch gerade darin, dass auch Wertzeicheneindrucke vorkommen, die als Briefmarken nicht existieren.

Den Ausdruck "Wertzeicheneindruck" darf man in diesem Zusammenhang nicht wörtlich auffassen. Der "Wertzeicheneindruck" kann auch einer Marke ähnlich oder ganz unähnlich sein, so wie es z.B. bei den Notpostkarten Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg der Fall ist. Auch einfache Texte können als "Wertzeicheneindruck" gelten, wobei selbst die Aufbringung mit einem Gummistempel oder einer Frankiermaschine möglich ist.

Daraus ist schon zu ersehen, daß für eine Ganzsache nicht das Wertzeichen ausschlaggebend ist, sondern die Art des Postvordruckes. Der "Wertzeicheneindruck" in einer der genannten Ausführungen stellt das Entgelt für die Beförderung des Formulares durch die Post dar. Aus diesem Grunde zählen auch die Postanweisungen, die Einzugsmandate, die Dienstpostkarten u.ä. zu den Ganzsachen, wenn sie einen derartigen "Wertzeicheneindruck" tragen. Fehlt dieser "Wertzeicheneindruck", dann handelt es sich um einfache Postformulare, die der Ganzsachen-Philatelist manchmal zur Abrundung seines Sammelgebietes mitsammelt. Ganzsachen sind diese Postformulare aber nicht. Ähnlich verhält es sich mit Formularen, die Portofreiheit genießen (z.B. Feldpostumschläge, Feldpostkarten) und mit Belegen, die Barfrankierungsaufdrucke tragen.

(Quelle: http://www.mgsv.de/definition.htm)

Die Vorstellung der ersten drei Karten folgt in einem gesonderten Beitrag.

Viele Grüße
Ingo


Zuletzt bearbeitet von Cantus_2 am 28.10.2015 00:26, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 27.10.2015 00:40    Titel:  

Ganzsachen jeder Art ist also alles, was sich zwischen den vier Ecken befindet, Vorderseite ebenso wie Rückseite, und nicht nur der irgendwo aufgedruckte Wertstempel. Ganzsachen werden zwar in Katalogen und Handbüchern entweder nach dem Ausgabedatum oder nach dem Wertstempel geführt, es sind aber noch viele andere Kriterien zur Bestimmung einer Ganzsache zu beachten. Dazu zählen Länge x Breite der Ganzsache, ihre Papierart (Farbe, Art, Dicke), Art des Vordruckes (Schriftart, Länge und Abstand der Schriftzeilen, Abstand zur oberen oder seitlichen Kante der Ganzsache, Art und Länge und Anzahl von Adresslinien), bei Bildpostkarten zusätzlich Länge x Breite des Bildes, sein Abstand zur Textzeile oder zur Seitenkante und anderes mehr.

Bei Postkarten gibt es erst einmal mehrere Unterarten. Zunächst sind da die einfachen amtlichen Postkarten, also ein rechteckiger Postkartenkarton mit Wertzeichen und Adresslinienaufdruck auf einer Seite, dann gibt es noch amtliche Doppelpostkarten, also solche, die an einer Kante zusammenhängend gedruckt und verkauft worden sind. Die erste Karte wird dabei Fragekarte genannt, die anhängende Karte nennt man Antwortpostkarte, die sollte vom Empfänger der Fragekarte abgeschnitten und für eine Antwort verwendet werden. Ergänzend dazu sind über Jahrzehnte amtliche Bildpostkarten erschienen, also Ganzsachen-Postkarten, die auf der Vorderseite links oben mehr oder minder große Abbildungen von Orten und Landschaften der Schweiz zeigen, zum Teil aber auch Zeichnungen unterschiedlicher Art.

Alle diese Kartenarten gibt es auch mit Zudrucken in Form von Texten oder gelegentlich auch Bildern, es bleiben aber dadurch immer noch amtliche Karten mit Zudruck.

Zusätzlich zu solchen amtlichen Karten gibt es auch noch private Ganzsachenpostkarten, also solche, die ausschließlich aufgrund eines privaten Auftrages von der Post gedruckt worden waren, meistens zu besonderen Anlässen, zum Teil aber auch für Gewerbetreibende, die sich auf diese Art und Weise die Versendung von Werbung oder gleichartigen Mitteilungen erleichtert haben. Eine Ganzsache kann jedoch stets nur dann als privat definiert werden, wenn sie in ihrer Urform nicht bereits als amtliche Ganzsache existiert. Zur Bestimmung solcher Ganzsachen ist es also zwingend erforderlich, zunächst alle amtlich ausgegebenen gleichartigen Ganzsachen zu kennen, mit denen man dann die potentielle private Ganzsache vergleichen kann.

Wie für jeden Briefmarkensammler auch ist es sinnvoll, sich zum Aufbau der Sammlung vorrangig an passender Fachliteratur zu orientieren. Dafür bieten sich im Ganzsachenbereich allerlei Handbücher und Kataloge an. Auf die Schweiz bezogen empfehle ich vorrangig die Nutzung des Zumstein-Kataloges "Ganzsachen Schweiz" (nicht zu verwechseln mit Briefmarkenkatalogen!), allerdings ist er nicht ganz billig. Meine letzte Erwerbung aus dem Jahr 2009 kostete immerhin knapp hundert Euro. Alternativ oder ergänzend kann man auch den Ganzsachenkatalog Europa von Michel nutzen, den es allerdings in den aktuellen Ausgaben nur zweigeteilt gibt (Anfang bis 1960, 1960 bis laufend) und der dadurch einen Gesamtpreis von deutlich über hundert Euro erforderlich macht. Ich persönlich benutze diesen Michel für alle möglichen europäischen Länder, für die Schweiz jedoch bevorzuge ich den Zumstein-Katalog; alle zukünftig von mir vorgestellten Schweizer Ganzsachen werden daher nach Zumstein-Katalognummern bestimmt.

(Fortsetzung folgt)

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 27.10.2015 01:28    Titel:  

Eine Ganzsachensammlung kann nach verschiedenen Kriterien aufgebaut werden. Man kann Ganzsachen ungebraucht sammeln, dadurch wird das Gesamtbild der Ganzsachen am deutlichsten sichtbar. Viel interessanter finde ich es jedoch, Ganzsachen im bedarfsgebrauchten Zustand zusammenzutragen; dadurch werden neben der Ganzsache als solcher noch andere Dinge beachtenswert, zum Beispiel Abgangs- oder Zielort, der Poststempel, eventuelle Neben- oder Zensurstempel, der Beförderungsweg (über Land, per Schiff oder Flugzeug), der Adressat des Postbeleges, möglicherweise auch der Absender oder der von ihm versendete Text.

Daneben gibt es noch die nicht sachgerechte Verwendung einer Ganzsache, die sich üblicherweise durch Zusatzfrankaturen offenbart. Der oder die Wertstempel auf einer Ganzsache werden stets für einen exakt bestimmten Zweck aufgedruckt, üblicherweise für den Inlandspostverkehr oder den Auslandspostverkehr oder für die Versendung per Einschreiben oder per Flugpost. Genau für diese Zwecke sollte die einzelne Ganzsache auch verwendet worden sein, denn nur dann stimmt auch der für sie angegebene Katalogwert. Da viele Ganzsachen aber nachträglich, also nach Ende der passenden Portoperiode aufgebraucht worden waren oder aber weil Ganzsachen für den Inlandspostverkehr ins Ausland verschickt worden waren, tragen sie notwendigerweise Zusatzfrankaturen, was zwar recht bunt und dadurch reizvoll für's Auge sein kann, im Rahmen der Ganzsachenphilatelie stören aber solche Zusatzfrankaturen, denn sie verfälschen die Ganzsache.

Allerdings lassen sich manche Ganzsachenarten nur sehr selten ohne Zusatzfrankatur finden; möglicherweise wurden im Laufe vieler Jahrzehnte zu viele der ursprünglichen Ganzsachen vernichtet und solche mit Zusatzfrankaturen statt dessen über den Handel vertrieben, jedenfalls habe ich auch solche zufrankierten Ganzsachen in der Sammlung, da anderes Material bis heute nicht zu finden war.

Zum Einstieg zeige ich euch heute die Postkartenausgabe des Jahres 1873. Ich zitiere dazu aus dem Zumstein: "Die Karte erschien zunächst mit "e" am Ende von communiocazione, im Mai 1873 wurde rechts ein Teil abgestochen, so dass es wie ein "c" aussieht (Michel spricht hier von einem "r"). Ab September 1873 lautet das Wort dann korrekt communicazioni."

Manchmal jedoch verdeckt der Poststempel einen Teil dieses Wortes, dann gibt es noch ein anderes wesentliches Unterscheidungsmerkmal beim Wort communicazione oder-i. Bei P 3a gibt es zwei Pünktchen über dem Wort,


Forum Basler Taube


bei P 3b nur eines


Forum Basler Taube


und bei P 3c schließlich drei Pünktchen.


Forum Basler Taube


Wie daraus deutlich wird, muss man sich als Sammler von Ganzsachen eine andere Betrachtungsweise zulegen als wenn man sich bloß mit Briefmarken beschäftigt. Hier folgen nun zu jeder der drei Unterarten jeweils eine Karte mit den entsprechenden Merkmalen.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


P 3a, gelaufen am 28.4.1873 von St. Gallen nach Kreuzlingen.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


P 3b, gelaufen am 11.11.1873 von Chur über Romanshorn nach Kreuzlingen.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


P 3c, gelaufen am 14.10.1873, wiederum von Chur nach Kreuzlingen.


So viel für heute, demnächst folgen andere Karten.
Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Astrid



Anmeldungsdatum: 23.01.2010
Beiträge: 2817
Wohnort: Reiden, Luzern

BeitragVerfasst am: 31.10.2015 18:08    Titel:  

Das Teilen hat geklappt, ich hoffe das ist nun für Dich so okay Ingo?

Grüsse
Astrid
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 01.11.2015 16:21    Titel:  

Hallo Astrid,

vielen Dank, heute Abend kann ich nun endlich hier weitermachen, im Moment fehlt aber die Zeit dazu.

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 02.11.2015 03:24    Titel:  

In diversen Beiträgen unterschiedlicher Foren ist immer wieder zu bemerken, dass Sammler nur "das Besondere" aus ihren Beständen zeigen, Abarten, besondere Verwendungsformen, seltene Destinationen und Anderes mehr. Wenn man dafür eine eigene Überschrift wählt, so wie hier das Thema "Fernweh - Schweizer Belege in exotische Länder verschickt ...", dann ist das voll zu unterstützen, wenn es aber bei jedem Thema nur deshalb geschieht, um damit angeben zu können, so nach dem Motto "das Einfache hat ja jeder, das brauchen wir nicht zu zeigen, das ist ja langweilig", dann wird völlig übersehen, dass nicht jede/r, der/die hier hineinschaut, bereits ein fortgeschrittener Sammler im Endstadium des Sammelns ist.

Den Sinn von Sammlerforen sehe ich darin, dass sich Menschen mit grundsätzlich gleichen Interessen, aber höchst unterschiedlichen Sammelgebieten und ebenso unterschiedlicher Dauer des bisherigen Sammelns zu Diskussionen zusammenfinden, dabei Marken, Stempel oder Belege aus eigenen Beständen zeigen und auch ein wenig erläutern und letztlich damit Informationen oder Anregungen für neue Sammelgebiete an Dritte weitergeben.

Ich habe dieses Forum mehrere Jahre lang als Gast beobachtet und musste dabei leider feststellen, dass es offensichtlich kein Mitglied dieses Forums gab, aber auch keinen Sammler außerhalb, der sich noch nicht registriert hatte, der es für nötig oder sinnvoll erachtet hätte, hier im Forum Ganzsachen jeder Art und insbesondere solche der Schweiz vorzustellen, obwohl es davon so sehr viele verschiedene gibt. Was aber soll aus der Ganzsachenphilatelie in Bezug auf Schweizer Sammler werden, wenn jede Form der Nachwuchsförderung für diesen Bereich so lange unterbleibt?

Junge Leute oder Neusammler, die ein Interesse für philatelistische Themen allgemein entwickeln, gehen heute eher nicht in einen Verein, sondern schauen ins Internet und da nicht etwa auf Websites, sondern suchen sich Sammlerforen, um Rat und Hilfe und manchmal auch neues Material von den "alten Hasen" zu bekommen.

Dieses Thema hier wurde von mir nicht gegründet, um neue Forschungsergebnisse zum Besten zu geben, sondern ich möchte Neulinge oder Neugierige erst einmal daran gewöhnen, Ganzsachen mit anderen Augen zu betrachten als Briefmarken, auf manche Besonderheit zu achten, die bei mit Briefmarken frankierten Belegen nicht existiert oder zu vernachlässigen ist, und vielleicht ganz allgemein die Liebe zu dieser Art des Sammelns zu wecken.

Die Postkarten sind mit Abstand das umfangreichste Kapitel bei den Schweizer Ganzsachen, und zwar deshalb, weil es neben den "einfachen" Postkarten eine fast unüberschaubare Vielzahl von Bildpostkarten gibt, bei denen auf der Adressseite links oben mehr oder minder große Bilder von Landschaften und Orten der Schweiz aufgedruckt sind. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von anderen Verwendungsformen von Ganzsachenpostkarten, so zum Beispiel amtliche Karten mit Text- und/oder bildlichem Zudruck, Privatpostkarten oder Dienstpostkarten diverser Art, hier aber sollten wir uns erst einmal auf die "einfachen" und auf die Bildpostkarten konzentrieren, da gibt es genug zu zeigen.

Ich werde im weiteren Verlauf unterschiedlichste Postkarten im Bild zeigen und auch immer etwas dazu schreiben und hoffe, dass auch andere Mitglieder im Forum da mittun. Die Abfolge der Karten soll nicht in chronologischer Form vorgestellt werden, sondern gerade so, wie beim Einzelnen Material verfügbar ist. Dabei ist nicht erwünscht, besondere Zusatzfrankaturen hervorzuheben, besondere Portostufen herauszuarbeiten, spezielle Formen von Briefzensuren zu erörtern oder andere Nebenthemen, die mit dem eigentlichen Gegenstand dieses Themas, nämlich der Ganzsachenpostkarte, eher weniger zu tun haben.

Für heute habe ich noch eine Postkarte ausgewählt, die einen Wertstempel in der selben Grundform trägt wie bei den schon vorgestellten Karten. Alle Postkarten der Ausgabejahre 1873 bis zur Wertstempeländerung im Jahr 1892 tragen einen Wertstempel wie folgt, nur gelegentlich in anderer Farbe oder mit anderen eingedruckten Portostufen.


Forum Basler Taube


Auch wenn die nachfolgende Wertstempelart auf den ersten Blick sehr ähnlich aussieht, so gibt es doch einen wesentlichen Unterschied. Bei diesem Wertstempel hier ist der Unterrand unter dem Schweizer Kreuz recht gerade und waagerecht ausgestaltet, bei der später nachfolgenden Wertstempelart läuft die Umrandung dagegen spitz nach unten aus.

Bei der Postkartenausgabe des Jahres 1874 findet sich bei der Auslandskarte zu 10 Centimes oben in der Mitte der Text "Carte-correspondance", darunter ein kurzer Strich und darunter dann der Text "Adresse. Indirizzo". Diese Karte trägt bei Zumstein die Bezeichnung P 7.



Forum Basler Taube


Die Karte lief am 22.4.1876 von St.Gallen nach Berlin, wurde also korrekt im Auslandsverkehr verwendet.

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 04.11.2015 01:23    Titel:  

Heute zum Wertstempelvergleich eine Postkarte zu 5 Centimes, verkauft ab Januar 1892. Es ist dieses eine außerordentlich häufige Karte mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Druckdaten dieses Jahres bis zum November 1905, aber es dürfte dennoch nicht ganz leicht sein, alle unterschiedlichen Druckdaten auf bedarfsgelaufenen Karten zusammenzutragen. Mein Exemplar hier trägt vorderseitig links unten das Druckdatum II 99, wurde also im Februar 1899 gedruckt.


Forum Basler Taube


Der Wertstempel dieser und auch folgender Karten hat nun ein etwas geändertes Aussehen, der Schild um das Schweizer Kreuz hat unten nun eine Spitze.


Forum Basler Taube


Die Karte lief am 13.8.1899 von Guarda, einem kleinen Dorf in Graubünden [1], nach Zürich.


Forum Basler Taube


P 26 - T III

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Guarda_GR

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 04.11.2015 19:56    Titel:  

Heute zur Abwechslung einmal eine Bildpostkarte zu 20 Rp. in rosa. Der Wertstempel wird "Grosse Ziffer" genannt, die Herstellung erfolgte im Ätztiefdruck, der Wertstempel ist (noch nicht) eingerahmt.


Forum Basler Taube


Diese Kartenausgabe erschien in sechs verschiedenen Serien, im Katalog mit A - F bezeichnet. Insgesamt gibt es innerhalb der Serien 137 verschiedene Bilder, dabei von Luzern alleine schon zehn Varianten, wobei nicht immer das Bild wechselt, sondern auch die Schrift darunter variiert oder die Stellung innerhalb der Karte. Die Karte, die ich nachstehend zeige, wird als P 141 Serie C Bild 079 geführt.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 08.11.2015 00:57    Titel:  

Heute eine andere Ausgabe von Bildpostkarten. Im Jahr 1943 erschien eine Postkartenausgabe zu 10 Cts mit dunkelbraunem Wertstempel; auch dieser Wertstempel besitzt noch keinen Außenrahmen.


Forum Basler Taube


Es gibt diese Karte mit zwei verschiedenen Wasserzeichen, man muss also auch bei Ganzsachen auf mögliche Wasserzeichen achten. Neben den normalen allseits glatt geschnittenen Karten gibt es auch solche, die waagerecht gezähnt sind; diese stammen aus Abreißblöcken und sind recht selten anzutreffen.

Die "normalen" glattgeschnittenen Bildpostkarten wurden in sechs verschiedenen Serien herausgegeben, im Katalog mit A - F bezeichnet. Insgesamt gibt es in diesen sechs Serien 388 verschiedene Bildpostkarten, also ein weites Feld, wenn man sich intensiver damit beschäftigen möchte.

Die Karte, die ich für heute ausgewählt habe, wird bei Zumstein als P 163 Serie C Bild 0134 geführt.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


Es gibt innerhalb dieser Bildpostkartenausgabe vier verschiedene Karten vom Kurort Vitznau; bei dieser hier wird zur näheren Bestimmung angeführt "Baum im Vordergrund", andere Karten haben variierte Bildbeschreibungen.

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 120
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 16.11.2015 01:32    Titel:  

Heute eine frühe Bildpostkarte, bei der das Bild nicht von einer Fotografie stammt, sondern gezeichnet wurde; das trifft im Übrigen auch auf die 23 anderen Bilder dieser Serie zu. Die Karte trägt einen Wertstempel, der "Ziffer auf glattem Grund mit Taube bzw. Ähren" genannt wird.


Forum Basler Taube


Dabei gibt es eine Ausgabe für's Inland mit dem Wert von 10 Cts. in blaugrün (dort ist im Wertstempel oben eine Taube zu sehen) und eine Ausgabe zu 20 Cts. in rot für den Postverkehr mit dem Ausland (hier sind oben im Wertstempel Ähren zu sehen). Diese beiden Karten tragen auf der Adressseite eine Umrandung und haben die Außenmaße von 148x105 mm (im Gegensatz zu vorausgegangenen Ausgaben, die keine Umrandung tragen und zum Teil auch in einem kleineren Format gedruckt worden sind.

Als Beispiel zeige ich euch eine Auslandskarte mit einem Bild, das das Berghaus am Jungfraujoch zeigt. Die Karte lief am 10.8.1929 von Tarasp nach Glogau in Schlesien.


Forum Basler Taube



Forum Basler Taube


P 117 Bild 005

Viele Grüße
Ingo
Nach oben
bumbi



Anmeldungsdatum: 01.07.2009
Beiträge: 3710
Wohnort: Bärn

BeitragVerfasst am: 16.11.2015 18:41    Titel:  

Hallo Ingo,

wenn ich schon den Ganzsachen-Spezi hier habe:

Ich bin mir nicht sicher, wie die folgende GS-Postkarte nach Essen gekommen ist...

Forum Basler Taube

Ich glaube dem rückseitigen Text entnehmen zu können, dass es die Antwort auf eine Anfrage aus Basel war, der diese Antwort-Karte wohl beigelegt wurde.

Forum Basler Taube

Ich hab die Karte am Samstag an der Börse erstanden Very Happy
Mit ist sofort der Stempel aufgefallen, und da habe ich gleich an Dich gedacht

Ich habe heute noch etwas in Internet herumgesucht und folgendes gefunden:
Diese Biografie stammt aus der "Wer ist wer in der Philatelie" Datenbank von Wolfgang Maassen auf www.bdph.de.
Bund Deutscher Philatelisten e.V.
Titel/Vorname: David
Name: Dannenbaum
Zur Person: Briefmarkenhändler in Essen-Ruhr, 1931 in der Dreilindenstr. 59, 1937 in der Julikusstr. 9, jeweils in Essen-Ruhr; die Firma wurde 1907 gegründet; er führte auch Auktionen durch;
Spezialgebiete: Altdeutsche Kleinstaaten und deren Abstempelungen, Deutsche Kolonien und Stempel; Europa vor dem 1. WK;
Mitgliedschaften/Positionen: Fachgruppe "Briefmarken" in WGR Einzelhandel, Bezirks-Gruppe Niederrhein; setzte sich während der ersten Jahrzehnte des 20. Jh. für das Sammeln von Marken auf Brief ein, ebenso für das Ganzsachensammeln: gründete in Essen einen besonderen Verband der Ganzsachen-Sammler;


Tja, das erklärt einiges...
LG Bumbi
_________________
Life might be expensive, ...but you are dead for a long time ! Laughing
Nach oben
bumbi



Anmeldungsdatum: 01.07.2009
Beiträge: 3710
Wohnort: Bärn

BeitragVerfasst am: 16.11.2015 18:50    Titel:  

gleich noch was:
Eine Postkarte von LENK im Simmental (Bern) nach Andermatt (Uri)

Forum Basler Taube

mit einem Ankunftsstempel des Kommando der Festungswacht-Kompanie 17 in Andermatt

Forum Basler Taube

Ich denke, der Stempel dürfte nicht unbedingt allzu häufig auf "zivilen" Postkarten verwendet worden sein Very Happy

LG Bumbi
_________________
Life might be expensive, ...but you are dead for a long time ! Laughing
Nach oben
bumbi



Anmeldungsdatum: 01.07.2009
Beiträge: 3710
Wohnort: Bärn

BeitragVerfasst am: 16.11.2015 19:10    Titel:  

Ein' hab ich noch:

Eine Landi 39'-Postkarte, für einmal nicht auf dem Landi-Gelände abgestempelt, sondern in Winterthur, gelaufen nach Aarau:

Forum Basler Taube

Das war's für heute, LG Bumbi
_________________
Life might be expensive, ...but you are dead for a long time ! Laughing
Nach oben
PitschLe



Anmeldungsdatum: 06.05.2012
Beiträge: 189
Wohnort: Aargau

BeitragVerfasst am: 18.11.2015 10:14    Titel:  

Bumbi,

zu deiner Postkarte aus Essen kann ich dir eine Erklärung abgeben.
Einige Postkarten wurden als Doppelkarten herausgegeben. Verschiedene Wertstufen für Inland und Ausland. Diese bestanden aus einem Frage und einem Antwortteil. Der Empfänger der Doppelkarte konnte den Antwortteil abtrennen und an den Absender zurücksenden. Auf deiner Postkarte ist oben der Vermerk "Antwort..." aufgedruckt. Auf dem Bild mit dem Poststempel von Essen überdeckt. Diese Antwortkarten waren für die Rücksendng aus dem Ausland gültig, auch wenn ein Schweizer Wertzeichen aufgedruckt war.

Hier ist habe ich noch ein Bild des entsprechenden Frageteils. Da ist aufgedruckt "mit bezahlter Antwort". So wurde die Doppelkarte zum Postkartentarif transportiert.


Forum Basler Taube


Gruss PitschLe
Nach oben
Afredolino



Anmeldungsdatum: 14.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: 8762 Schwanden/GL

BeitragVerfasst am: 18.11.2015 13:15    Titel:  

Dann möchte ich mich hier auch einreihen....von diesen Postkarten kann ich auch einige zeigen Laughing

Anfangen möchte ich mich mit einer Postkarte aus dem Jahr 1870, verkauft ab dem 1. Oktober:

Forum Basler Taube

In meinem Ganzsachenkatalog von Zumstein aus dem Jahr 1984 ist es die Nr. 2 in ziegelrot. Diese Karten kommen mit kurzer, langer, unterbrochener oder fehlender Wellenlinie vor. Meine Karte hat eine unterbrochene Wellenlinie:

Forum Basler Taube


Gruss
Afredolino
_________________
Beginn den Tag mit einem lächeln und Du hast ihn schon gewonnen
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
     Forum Basler Taube Foren-Übersicht -> Schweiz / Liechtenstein Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 1 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Protected by CBACK.DE CrackerTracker and phpBB2.de.

1249 blocked attacks