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Kuriositaet aus alter Zeit

 
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 30.06.2014 12:57    Titel: Kuriositaet aus alter Zeit  

Hallo zusammen

schmungeli hat mich mit seinen gezeigten manuellen Entwertungen aus der Altschweiz an etwas erinnert, das ich Euch als Kuriosität gerne zeigen möchte.

Für all jene, die mit der Zeit zwischen 1850 und 1854 philatelisitisch nicht so vertraut sind, folgnde Erklärungen vorab:

Briefe nach Frankreich wurden, wenn Sie nicht korrekt frankiert waren, mit so genannten Schnörkelstempeln gekennzeichnet. Diese Stempel gaben an, um welchen Betrag der betreffende Brief zu wenig frankiert war. Interessanterweise wurden die Werte in Dezimen, also Einheiten von jeweils 10 Centimes ausgedrückt.

Nun war es so, dass diese Schnörkelstempel eigentlich aus Frankreich stammten und den Schweizer Post-Auswechslungsstellen an der Grenze zur Verfügung gestellt wurden. Mit unserer heutigen Wahrnehmung, ist es nur noch mit grosser Fantasie möglich, die betreffenden Zeichen als Zahlen richtig zu interpretieren. Die Verwendung dieser Schnörkelstempel durfte nur neben den Wertzeichen irgendwo auf der Briefvorderseite gut sichtbar angebracht werden. Keineswegs waren sie zur Entwertung der Marken bestimmt.

Der Schnörkelstempel für 4 Dezimen, also 40 Rappen, sah damals so aus:


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Und jetzt zu meiner erwähnten Kuriosität. Es handelt sich um diese Marke:


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Das Interessante dabei ist, dass der Schnörkelstempel sogar zweimal auf der Marke abgeschlagen worden ist. Beim zweiten Versuch einfach um 90 ° gedreht. Gemäss vorliegendem Attest von Herrn Urs Hermann, handelt es sich um ein äusserst seltenes Objekt, möglicherweise sogar um ein Unikat.

Hier noch das Modell, wie die Marke entwertet worden sein muss:


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Soviel zum Thema "Sachen gibt's, die gibt's gar nicht".

Herzliche Grüsse
seahorse
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Zuletzt bearbeitet von seahorse am 30.06.2014 16:40, insgesamt einmal bearbeitet
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schmungeli



Anmeldungsdatum: 05.06.2014
Beiträge: 151

BeitragVerfasst am: 30.06.2014 13:12    Titel:  

Hallo seahorse
Toller Beitrag
Siehste auch ich lerne etwas hier.
Ich kenne diese Marke vom sehen her wusste aber nicht was es ist.

Zum einen wäre es möglich das es sich um 80 Rappen handelt die fehlten? Nur so ein Gedanke.
Zum anderen galt bei diesem Stempel ja genau das gleiche wie bei den Strahlenstempeln vom Tessin. Denn diese waren ja auch nicht gedacht zur Entwertung der Marken und trotzdem gibt es sie zu hauf je nach Ortschaft.
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 30.06.2014 13:28    Titel:  

Hallo schmungeli

Zu Deinem Gedanken, es könnte sich um eine Nachtaxierung von 8 Dezimen handeln: Wahrscheinlich eher nicht, denn die Auswechselbüros hatten eine ganze Anzahl von Schnörkelstempeln aller Stufen, so u.a. auch eine für 8 Dezimen. Die sah so aus:


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Meine Vermutung geht in eine andere Richtung. (Aber jetzt muss ich aufpassen, dass ich mich politisch korrekt ausdrücke.) Mit grosser Wahrscheinlichkeit stammt die Marke mit den beiden Abschlägen von Genf. Und da könnte sich ein biederer Deutschschweizer vorstellen, dass der Angestellte des Auswechselbüros vieleicht etwas zuviel Weissen oder Absinth intus hatte. - Reine Spekulation, natürlich.

Beste Grüsse
seahorse
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schmungeli



Anmeldungsdatum: 05.06.2014
Beiträge: 151

BeitragVerfasst am: 30.06.2014 13:32    Titel:  

Na dann prost
Wenn Alkohol zu lange herumliegt wird er ja auch irgendwann mal schlecht.
Also dachte er sich..................!
Laughing

Wieviele solcher Stempel gibt es den?
Sind diese im Stempelwerk Emmenegger?
Habe leider momentan keines zur Hand.
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 30.06.2014 13:40    Titel: Kuriositaet aus alter Zeit  

Hallo schmungeli

Im Emmenegger finden sich unter der Gruppe 17 S insgesamt 34 verschiedene Schnörkelstempel, wobei gewisse Werte doppelt abgebildet sind. In diesen Fällen handelt es sich einfach um Stempel von unterschiedlichen Auswechselbüros, die aber im Grundsatz fast identisch sind.

Das zu Deiner Frage.

seahorse
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Martin



Anmeldungsdatum: 02.04.2009
Beiträge: 1306
Wohnort: $chw€!z

BeitragVerfasst am: 01.07.2014 07:53    Titel: auch so einer?  

salutti zaeme

Was ist denn das da auf der Strubelmarke, evtl. auch so ein Schnoerkeldings?

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Kanns im Moment nicht grösser einstellen - folgt...

Gruess Martin
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750 Jahre Bern
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
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BeitragVerfasst am: 03.07.2014 09:00    Titel:  

Hallo Martin

Hast Du den groesseren Scan Deiner gezeigten Marke vergessen? Ich glaube zwar nicht, dass es sich um den Teil eines sogenannten Schnoerkelstempels handelt, aber definitiv wuerde ich mich lieber anhand einer vergroesserten Darstellung festlegen.

Also, bis dann, herzliche Gruesse
seahorse
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 05.07.2014 09:46    Titel:  

Hallo Martin

Mittlerweile habe ich versucht, mit dem kleinen Bildchen Deines Strubels etwas zu forschen und dabei bin ich - so glaube ich - etwas weiter gekommen.

Also zuerst: Es handelt sich ganz klar um keinen Schnoerkelstempel *) oder eines Teils davon.

Hingegen kommt man etwas weiter, wenn man Deine Marke um 90 Grad nach rechts dreht. Denn so klebte sie urspruenglich wohl auch auf ihrem Brief. Der Rundstempel hat dann das Schweizerkreuz schoen in der Mitte unten und die Marke praesentiert sich so:


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Versucht man nun, die beiden Stempel zu trennen bzw. das Markenbild und den Rundstempel verschwinden zu lassen, so kommt man des Raetsels Loesung schon naeher. Uebrig bleibt dann naemlich das:


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Dabei handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um den Buchstaben "R" in lateinischer Schrift. Wozu der allerdings gehoert, konnte ich nicht mit Bestimmtheit eruieren. Entweder handelt es sich um einen Abschlag, der zur Stempelgruppe 25 (Verschiedene Vermerke) gehoert oder aber - und das ist wahrscheinlicher - ist es ein Teil eines Stabstempels in lateinischer Handschrift, Stempelgruppe 49. Wenn man von einem "R" ausgeht, kommen noch etwa ein halbes Dutzend Varianten in Frage. Allerdings muesste man jetzt von allen "Kandidaten" je ein Vergleichsmuster haben.

Und hier setze ich jetzt auf die Mitarbeit anderer Forumsmitglieder: Wer hat entsprechendes brauchbares Vergleichsmaterial? Ich bin gespannt, ob jemand das Raetsel endgueltig loesen kann.

Euch allen ein schoenes Wochenende und beste Gruesse
seahorse


*) Schnoerkelstempel sind eine Art Taxzahlen-Stempel und gehoeren deshalb auch zur selben Stempelgruppe 17.
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 05.07.2014 10:07    Titel:  

Nachtrag:

Es gibt noch andere Moeglichkeiten, bspw. die eines Postrouten-Stempels. Hier finde ich zwei aehnlich beginnende Stempel:

- Rte Interlaken (Abb. 856)
- Rte Simmenthal (Abb. 857)

Dann waeren auch noch "Refusé" oder "Recommandé" denkbar.
Ihr seht, wir brauchen die Mithilfe von Altschweiz-Sammlern.

seahorse
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66ard



Anmeldungsdatum: 15.10.2009
Beiträge: 1401
Wohnort: Wangen

BeitragVerfasst am: 05.07.2014 10:26    Titel:  

Hallo zusammen

Ich stelle noch eine andere These in den Raum. Es ist gar kein Stempel, sondern ein handschriftlicher Vermerk im Sinne von 'R'ecommande (also eingeschrieben).

Gruss
-- 66ard
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Martin



Anmeldungsdatum: 02.04.2009
Beiträge: 1306
Wohnort: $chw€!z

BeitragVerfasst am: 05.07.2014 17:12    Titel:  

Liebe Forenfreunde

Vorab danke schon herzlichst für das äusserst muntere Mitraten Smile

Anbei noch ein etwas grösserer Scan der zu diskutierenden Marke:


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Der Stempel müsste aus MORGES sein ..?

Gruess, Martin
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 06.07.2014 09:32    Titel:  

Hallo Martin
Guten Morgen alle zusammen

Vielen Dank für den grossen Scan. Jetzt ist auch fuer mich die Sache klar: 66ard hatte Recht! Es ist gar kein Stempel, sondern es handelt sich um eine Tintenmarkierung.

Es bieten sich verschiedene Moeglichkeiten an, was das R bedeutete, insbesondere

- Recommandée
- Refusé
- Remis trop tard

Wunderschoen geschrieben, in einer Zeit, als man noch Zeit fuer sorgfaeltige Arbeitsausfuehrung hatte.

Was die Hypothese Tinte ausserdem stuetzt, ist die Groesse der Schrift.

Vielen Dank, Martin, fuer Dein spannendes Raetsel.

Mit den besten Gruessen
seahorse
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Rore



Anmeldungsdatum: 01.05.2012
Beiträge: 384
Wohnort: Kamp-Lintfort

BeitragVerfasst am: 06.07.2014 11:25    Titel: Schweiz / Lichtenstein  

Ich verfolge mit Interesse diese Abhandlung.
Nur mit welchen Programm kann ich die Schrift besser sichtbar machen.
Ich denke mal an einer dunkelen Marke wo ich den Stempel sichtbar machen kann.
Danke schon mal allen.

Gruß
Rore
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 06.07.2014 12:32    Titel:  

Hallo rore

Das ist mit einigem Aufwand verbunden. Ich persoenlich verwende Photoshop Elements und gehe folgendermassen vor:

1. Umwandlung des Bildes in Grautoene.
2. Kontrast und Helligkeit im Bild erhoehen.
3. Bild in schwarz-weiss konvertieren und nochmals Kontrast erhoehen.
4. Mit den Werzeugen Radiergummu und Malpinsel die die nicht benoetigten "Umgebungsstoerungen" wegputzen und falls notwendig, die relevanten Schrift-Elemente nachretouchieren.
5. Das Bild optimal zurechtschneiden.

Zeitaufwand: ca. 1/4 Stunde.

Wenn ein Bild farblich ideal ist, d.h. nur in einer Grundfarbe (rot, blau, gelb) gedruckt ist, dann ist es einfacher. Dann genuegt schon fast, wenn man den Farbton der Marke mit dem Farbregler einfach ausfiltert und das verbleibende Schwarz etwas nachretouchiert.

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Ausfuehrungen etwas anfangen.

seahorse
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