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Nachportotaxen Schweiz

 
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8049home



Anmeldungsdatum: 28.05.2013
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 24.08.2013 20:02    Titel: Nachportotaxen Schweiz  

Wer kennt sich mit den Regeln für die Berechnung von Nachporto in der Schweiz in den 30er Jahren aus oder hat einen Literaturhinweis?
Jede Hilfe ist willkommen.
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vacallo



Anmeldungsdatum: 16.12.2012
Beiträge: 234
Wohnort: Langenthal

BeitragVerfasst am: 25.08.2013 16:26    Titel:  

Der Sonderdruck des Jugend-Magazins ZACK "Die Posttaxen der Schweiz" wäre di Lösung. Kann in Internet gesucht werden.
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Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 122
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 23.01.2016 19:39    Titel:  

Hallo,

gibt es hier im Forum jemanden, der in der Lage und bereit ist, Nachporto auf Belegen, die sowohl innerhalb der Schweiz gelaufen sind als auch solche, die vom Ausland in die Schweiz geschickt worden sind, zu erklären? Ich habe eine kleine Belegesammlung solcher Nachportobelege, fast nur mit den Marken der ersten beiden Sätze. Ich könnte zwar die Belege hier zeigen, kann aber die Gebühren nicht erklären.

Was ich hier jedoch nicht lesen will ist der Verweis auf irgendwelche Bezugsquellen. Ich weiß selber, wo ich die (recht teuren) Bücher kaufen könnte, für vielleicht 20 Nachportobelege lohnt sich aber die Anschaffung nicht.

Viele Grüße
Ingo
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 23.01.2016 20:15    Titel:  

Hallo Forumsgemeinde

Weil ich selbst eine Schweizer Nachtaxierungs-Sammlung mit ausländischer Post besitze, versuche ich gerne, hier die Regel zu erklären. Die Formel präsentiert sich wie folgt:


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In Worten ausgedrückt heisst das:

Man stelle zuerst fest, wieviel Porto auf einem Beleg fehlt und setzt dies ins Verhältnis zum Soll-Porto. Das Ergebnis ist ein Dezimalbruch. Diesen mulitpliziert man mit dem Schweizer Soll-Porto für das betreffende Posttück (also bei ausländischer Post nimmt man das adäquate Scheizer Auslandporto. Das erhaltene Zwischenergebnis verdoppelt man und rundet es auf die nächsten 5 Rappen auf.

Ein Beispiel anhand eines deutschen Infla-Briefes der Portoperiode 18 vom 20.09.-30.09.1923, ein Brief von Hamburg nach Kreuzlingen:

Mit 250'000 Mark anstatt mit 750'000 Mark frankierter Auslandbrief in die Schweiz.


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- Fehlendes Porto = 500'000 Mark
- Soll-Porto = 750'000 Mark
- Porto für einen Schweizer Brief ins Ausland im Jahr 1923 = 40 Rappen

Ergibt folgende Formel:

500'000 : 750'000 = 0,666 x 40 Rp. = 26,666 Rp. x 2 = 53,333 Rp., aufgerundet = 55 Rappen.

Zu beachten ist, dass man bei Poststücken höherer Gewichtsklassen die betreffenden (ausländischen und schweizerischen) Werte in der Formel berücksichtigt. Und nicht zu vergessen: Vor 1922 gab es den Mindestbetrag für Nachtaxierungen von 25 Rappen noch nicht.


Bei Post innerhalb der Schweiz galten etwas einfachere, aber nicht immer gleiche Regelungen:

Ungenügend frankierte Post wurde anfänglich nur mit der fehlenden Taxe belastet (bis 30.06.1925), siehe Beispiel.


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Bei unfrankierter Post musste die doppelte Taxe bezahlt werden.

Ab 01.07.1925 wurde unfrankierte oder ungenügend frankierte Inlandpost generell mit der doppelten Taxe des des Fehlbetrages belastet.

Tönt alles etwas kompliziert. Aber wenn man sich einmal mit der Materie befasst hat, wird's immer leichter. Sollten Unklarheiten bestehen, bitte melden.

Allen ein schönes Wochenende und beste philatelistische Grüsse
seahorse
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Es gibt noch so viel zu entdecken.
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tubist



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 267
Wohnort: Büetigen

BeitragVerfasst am: 24.01.2016 10:24    Titel:  

Hallo seahorse

Besten Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast uns diese Nachtaxierungs-Regeln so zu erklären, dass jetzt auch meine Wenigkeit es versteht!!!
(Habe bis jetzt gar nicht versucht diese Nachtaxierung für meine Belege zu erklären, da ich es einfach nicht verstanden habe..)

Nochmals besten Dank!!!!!
_________________
Gruss tubist
----------------------------------------------------------
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so lege stets eine Briefmarke bei... (Abraham Lincoln)
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Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 122
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 24.01.2016 14:48    Titel:  

Hallo seahorse,

auch von mir herzlichen Dank für die gute Erklärung zur Berechnung der Nachtaxe. Es gibt dabei nur noch das Problem, dass man dabei stets wissen muss, wie hoch im Absendeland das Porto hätte sein müssen. Bei zentraleuropäischen Ländern sehe ich da das Problem nicht, wohl aber bei Staaten, die weiter weg in irgendwelchen Weltregionen liegen. Ich werde einmal ein paar Belege einscannen, mal sehen, ob wir das mit der Portoerklärung hinbekommen.

Viele Grüße
Ingo
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salodurum



Anmeldungsdatum: 02.01.2015
Beiträge: 320
Wohnort: SOLOTHURN

BeitragVerfasst am: 24.01.2016 14:54    Titel:  

Ja, mir gings auch so...hab mir nie überlegt ob das Porto korrekt ist oder nicht (hab auch nicht wahnsinnig viele Briefe...)

Ich würde gerne eine zustätzliche Frage zu dem Thema stellen:
- Portomarken gab es von 1878 bis 1938 (Gültigkeit bis 1956)
- Vor 1878 wurde meines wissens ein allfälliger Fehlbetrag von Hand auf den beleg notiert und beim Empfänger eingezogen

Nun meine Fragen:
- Stimmt die zweite Behauptung (vor 1878) und bis wann reicht diese Praxis zurück?
- nach 1956 wurde ein "T-Stempel" verwendet anstatt Portomarken (von wann bis wann galt diese Praxis? Wieviele verschiedene T-Stempel gibt es? (vielleicht hat jemand sogar Bilder/Beispiele aller gängigen T-Stempel)
- Heute wird meines Wissens eine Karte ausgefüllt wo das Strafporto berechnet wird. Diese wird an den Absender versendet oder an den Empfänger (falls Absender nicht bekannt)

So, mehr fällt mir jetzt grad nicht zu dem thema ein - bin gespannt auf dei Antworten!
Besten Dank im Voraus...
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 25.01.2016 09:40    Titel:  

Guten Morgen zusammen

Ich versuche einmal, die erste Frage von salodurum nach meinem Kenntnisstand zu beantworten.

Es trifft zu, dass vor der Ausgabe der ersten Nachportomarken der zu bezahlende Fehlbetrag in der Regel von Hand auf die Poststücke geschrieben wurde. Allerdings verwendeten zahlreiche Postbüros bereits sehr früh Taxstempel. Dies bereits zur Zeit der ersten Bundesmarken, siehe nachfolgendes Beispiel aus dem Jahr 1853. Die fehlende Taxe wurde bereits in der Vorphilazeit von Hand auf die Poststücke geschrieben oder gestempelt.


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Was die Nachtaxierungsusanzen von Schweizer Post betrifft, so galten im 19. Jahrhundert nicht immer die gleichen Regeln:
Ab 1.9.1876 - 30.11.1891 wurde die doppelte Taxe des normalen Tarifs abzüglich die vorhandene Frankatur als Nachporto verlangt.
Nachfolgendes Beispiel zeigt einen Brief, welcher ein Porto von 10 Rappen erfordert hätte.
Also 2 x 10 Rp. = 20 Rp., abzüglich vorhandene 5 Rp. = Nachtaxierung.


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Ab 1.12.1891 wurde bei Schweizer Post dann nur noch die fehlende Frankatur ohne Zuschlag beim Empfänger erhoben.

Ab 1.1.1918 bis 30.06.1925 galt für Inlandpost die Regelung, dass bei ungenügend frankierter Post das fehlende Porto und bei nicht frankierter Post das doppelte Porto erhoben wurde.



Ungenügend frankierte ausländische Post wurde hingegen ab dem 1.7.1875 mit der doppelten Taxe des fehlenden Portos belastet
(siehe nächstes Beispiel).


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Soviel noch als Ergänzung zu früheren Aussagen und vielleicht zum besseren Verständnis von Belegen früher Nachtaxierungen in Euren Sammlungen. Und dann noch das: In relativ seltenen Fällen machte auch die Post Fehler, was zu nicht reglementskonformen Nachtaxierungen führen konnte.

Zur salodurum's Frage nach den T-Stempeln nach 1956 könnte ich zwar auch Aussagen und einige Beispiele anführen. Allerdings denke ich, dass es im Forum dazu kompetentere Leute gibt.

Mit den besten Grüssen
seahorse
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salodurum



Anmeldungsdatum: 02.01.2015
Beiträge: 320
Wohnort: SOLOTHURN

BeitragVerfasst am: 25.01.2016 23:47    Titel:  

danke seahorse

das war eine sehr ausführliche rückmeldung zum thema nachtaxierung - mir fällt nun wieder ein, dass ich sogenannte "taxzahlen" auch schon im stempelhandbuch gesehen habe - leider besitze ich kein exemplar eines solchen belegs...

bin mal gespannt ob jemand noch das thema der T-Stempel erläutern kann...
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Cantus_2



Anmeldungsdatum: 17.09.2015
Beiträge: 122
Wohnort: 15320 Neutrebbin

BeitragVerfasst am: 27.01.2016 22:09    Titel:  

Hallo seahorse,

vielen Dank für die sehr anschauliche Erklärung. Ich würde mich aber freuen, wenn du nicht nur das Ungewöhnliche und Herausragende aus deiner Sammlung zeigen würdest, sondern auch die ganz einfachen Nachportobelege, so wie die, die ich nachfolgend vorstelle. Hier, wo ich wohne, über tausend Kilometer von der Schweiz entfernt, bekomme ich nur ganz selten Nachportobelege der Schweiz in die Finger und erfreue mich daher grundsätzlich an jedem einzelnen Beleg.

Für heute habe ich zwei Poststücke aus Italien ausgewählt, die mit einem zeitlichen Abstand von etwa 40 Jahren verschickt worden waren. Zunächst ist da eine Urlaubspostkarte zu sehen, die am 9.2.1918 von Mailand nach Zürich geschickt worden war. Die italienische Frankatur von 5 Centesimi erschien der Schweizer Post als zu gering, was zu einer Nachportoerhebung führte.


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Das zweite Beispiel ist ein Express-Brief, der am 25.6.1956 nach Andermatt gelaufen ist. Hier betrug die Frankatur 110 Lire. In der Schweiz wurde auf dem Umschlag ein "T" aufgestempelt und das Nachporto nicht mit einer Portomarke, sondern über eine Freimarke abgegolten, die ihrerseits ebenfalls mit einem T-Stempel versehen wurde.


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Viele Grüße
Ingo
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seahorse



Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 364
Wohnort: 4125 Riehen

BeitragVerfasst am: 28.01.2016 09:23    Titel:  

Hallo Cantus_2
Hallo Forumsgemeinde

Ich habe in meinen vorherigen Posts keinesfalls herausragende Beispiele aus meinder Sammlung gezeigt (wie Cantus_2 schreibt), sondern solche, aufgrund derer die verschiedenen Nachtaxierungsregelungen illustriert werden konnten.

Wenn ich wirklich besondere Belege hätte zeigen wollen, dann hätten diese vielleicht so ausgesehen wie die nachfolgenden 3 Beispiele.


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Dann noch eine Bemerkung zum zweiten Beleg von Cantus_2:

Im Sinne einer betrieblichen Vereinfachung hatten die Poststellen ab 01.01.1954 versuchsweise die Nachfrankaturen mit gewöhnlichen Frankomarken (Freimarken) zu decken. Anfänglich wurden diese mit dem Datumstempel entwertet, später mit einem T-Stempel. Jedoch findet man auch vereinzelt bereits in früheren Jahren derartige Nachtaxierungen.

Ich wünsche allen einen schönen Tag
seahorse
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